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Nein zum BVG - Rentenklau

Warum die Vorlage abgelehnt werden muss

Rentenklau per Volksdekret? Ist das Schweizer Stimmvolk wirklich so naiv und stimmt dem staatlichen Rentenklau zu?
Am 7. März 2010 kommt die eidgenössische Vorlage über die Anpassung des Mindestumwandlungssatzes bei der beruflichen Vorsorge (BVG) zur Abstimmung. Der Titel dieser Vorlage soll das Stimmvolk täuschen. In Tat und Wahrheit geht es um nicht weniger als eine Gaunerei des Geldadels an der arbeitenden Bevölkerung: Staatlich bewilligter Rentenklau durch die Versicherungen und Banken!

Wer sind die Profiteure und wer die Verlierer?

Wenn die Abstimmung zu einer Senkung des BVG - Mindestumwandlungssatzes vom Volk angenommen werden sollte hat dies für die grosse Mehrheit der schweizerischen Bevölkerung gravierende Konsequenzen:

Die Schweizer Rentner werden durchschnittlich mindestens 50’000 sFr. weniger Rente ausbezahlt erhalten ab 65 bis zu ihrem Lebensende, als bisher. Dies wurde vom Ständerat zur endgültigen Verabschiedung definiert in Form eines sinkenden Mindestumwandlungssatzes.

Bei 1 Million Rentner sind dies für die Schweiz: 50 Milliarden sFr. weniger Renten pro 15 Jahre. Dies entspricht vielleicht nicht ganz zufällig dem Kredit der Nationalbank für die UBS von 54 Mrd. für die Verpfändung so genannter Ramschpapiere.
Als Begründung für diesen Beschluss werden ‚sinkende Renditen’ angegeben, was natürlich eine schöngefärbte Bezeichnung jener Spekulationsverluste ist, welche unsere Pensionskassen auf unverantwortliche Weise an den Derivate- Börsen verzockt haben.
Die weitere Begründung würde allenfalls eine Senkung um 0,3 % rechtfertigen, wenn überhaupt. In Wirklichkeit hätte man stattdessen den BVG Beitrag bei den Arbeitnehmenden und den Arbeitgebern kontinuierlich leicht erhöhen müssen, weil die jungen Menschen später eine noch höhere Lebenserwartung haben.

Infolge niedrigerer Sterberate steigt bis zum Jahr 2050 nämlich die zu erwartende Lebensdauer um ca. 5 Jahre. Schätzungen erwarten für die Schweiz eine Zunahme der Lebenserwartung um rund zehn Prozent, d. h. jene der Männer würde bis 2050 auf 85, jene der Frauen auf 91 Jahre ansteigen.

Verständlich ist der Jubel auf Arbeitgeberseite, denn diese brauchen sich finanziell an der älter werdenden Bevölkerung nicht das Geringste zu beteiligen. Dies entspricht einem Totalversagen der Politik welche dies nicht erkennt, oder dann steckt eine asoziale Lobby Arbeit für die Arbeitgeber dahinter.

Auf Fachchinesisch heisst dies auf der Seite des Arbeitgeberverbandes so:
Der Mindestsatz - mit ihm wird das Altersguthaben der zweiten Säule in die jährliche Rente umgewandelt - beträgt heute für Männer 7,05 % und für Frauen 7,1 %. Der Bundesrat hatte wegen der höheren Lebenserwartung der Bevölkerung und sinkender Renditen eine schrittweise Reduktion auf 6,4 % im Jahr 2011 vorgeschlagen. Der Ständerat hatte jedoch in einer ersten Runde die Vorlage abgelehnt. Der Schweizerische Arbeitgeberverband begrüsst grundsätzlich die Haltung der SGK-SR, den BVG-Mindestumwandlungssatz bis 2015 auf 6,4 % zu senken. Jedoch hatte er für eine raschere Inkraftsetzung der Reduktion plädiert.
Dieses fehlende Geld wird natürlich wiederum die Kaufkraft der weniger verdienenden Bevölkerung absenken, die Schweiz also noch abhängiger von der Exportwirtschaft machen. Da die Arbeitgeber damit durch Nichtbeteiligung an der Rentenlast sparen, wird die Reichtumsumverteilung in der Schweiz weiter zunehmen.

Weiter sind noch immer Spekulationsgelder der Pensionskassen an den Börsen geparkt, der Zeitpunkt für den Verkauf wurde infolge irrsinniger Annahmen verschlafen. Die Analysten der Pensionskassen zogen Vergleiche mit der relativ kurzfristigen Dotcom Blase. Damals hatten die Kassen panikartig verkauft und so viel Geld verloren. Diesmal hätten sie aber Anfang Jahr 2008 durchaus verkaufen können, denn eine Finanzkrise von mehreren Monaten war durchaus vorauszusehen. Nebenbei erhielten die Versicherten laut Kassensturz auch zu guten Börsenzeiten viel zu wenig von den Kassen ausbezahlt. Ich habe berechnet, dass ich Privat ohne hochriskante Börsen- Zockerei mehr Zins erwirtschaftet hätte aus dem Geld das ich der 2. Säule einbezahlt hatte.

Quelle: www.blog.4st.ch / sCHwizzer Narr

Die geschichtlichen Zusamenhänge dieser Abstimmung

Über die geschichtlichen Zusammenhänge der Volksabstimmung über eine Senkung des BVG - Umwandlungssatzes hat Alex Brunner wiederum einen höchst interessanten und aufschlussreichen Artikel verfasst.

Wer die Wahrheit wissen möchte sollte diesen Bericht unbedingt lesen!

Einleitung
Wie bei den bisherigen Artikel soll der vorliegende zur kommenden Abstimmung die geschichtlichen Zusammenhänge aufzeigen. Er baut deshalb auf dem Wissen der früheren Artikel zu den jeweiligen Abstimmungen auf, um die geschichtlichen Vorgänge miteinander zu verknüpfen und so die Veränderungen und damit die Strategie der dahinter stehenden Kräfte sichtbar zu machen. Diesen Artikel versteht man nur wirklich, wenn man das Wesen des Geldes und des Zinses tatsächlich verstanden hat.

Anpassung des BVG Mindestumwandlungssatzes [344 KB]


Zum besseren Verständnis der Zusammenhänge hier weitere Artikel von Herr Alex Brunner zu Eidgenössischen Abstimmungen:
- Hintergründe zur Volksinitiative "Gegen den Bau von Minaretten [185 KB]
- - 1. Resonanzen zum Artikel "Hintergründe zur Minarett-Initiative [179 KB]
- - 2. Resonanzen zum Artikel „Hintergründe zur Minarett-Initiative [178 KB]

- Abstimmung zur Zusatzfinanzierung der Invalidenversicherung IV [231 KB]
- Das Passwesen - ein historischer Überblick [151 KB]
- Personenfreizügigkeit Schweiz–EU [147 KB]