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Zischtigsclub vom 28.06.05 - TV-Sendung Traumjob

Offener Brief an Ueli Heiniger - Zischtigsclub-Diskussionsleiter betr. die Sendung vom Dienstag, 28. Juni 2005 auf SF 1, Thema "Traumjob"

Sehr geehrter Herr Heiniger

Ich finde es ausserordentlich schade, dass die Wertvorstellung in dieser Thematik des Clubs in vieler Hinsicht nur über Materie definiert wird und die genüsslich involvierten Personen daraus ihren Selbstwert unbewusst kompensieren. Ich verwundere mich nicht mehr, wenn der Mensch in diesem Prozess seine Nähe zur Wirklichkeit verliert. Schauen Sie sich nur vermehrt die Beziehungen an, die nicht mehr in der Lage sind, Nähe zueinander zu entwickeln geschweige denn dieser über allem stehende Lebenswert beständig zu halten. Wenn der Selbstwert ein ganzes Leben lang auf Materie aufgebaut ist, kann keine gesellschaftliche emotionale Beziehungsfähigkeit entstehen. Dadurch distanziert sich die betroffene Person immer mehr von ihrem eigentlichen Problem. Es kommt der Zeitpunkt der Einsamkeit... Fragen Sie doch einmal Ihren "Hauptdarsteller", ob er damit leben könnte, wenn seine Geliebte im Zuge der biologischen Auswirkung keinen straffen Po mehr hat. Er würde es natürlich jederzeit bejahen. Die Realität sind aber grundlegend anders aus, denn gelebt wird über das optische und den sogenannten Leistungsausweis..
Sie machten auf mich in der Gesprächsführung einen eher oberflächlichen Eindruck ohne mit Nachdruck die Inszenierungen zu hinterfragen. Der Ombudsmann geradezu ein "Schluck Wasser" ! Die Sendung hätte mit der aktuellen Ersatzbesetzung des 10 vor 10 eine speziellere Würze erhalten, da diese Frau eine ausgesprochene emotionale analytische Eigenschaft besitzt. Herr Marquard war überhaupt nicht gefordert, sondern versuchte nur sein auf Kompensationen aufgebautes verletztes Selbstwertgefühl zu rechtfertigen. Wenn Menschen sich exponieren, müssen sie mit Kritikfähigkeit auf der emotionalen Basis ihre Stärken zeigen.
Mein Leben lang habe ich meinen rationellen Erfolg zum Ziel meiner emotionalen Entwicklung unter den Teppich gewischt. Mit 38 Jahren habe ich ein Anlagewert in angemessener dreistelliger Millionenhöhe aufgebaut. Keinesfalls werde ich mich durch diesen so genannten „Leistungsausweis“ einem gesellschaftlichen Klischee beugen, obwohl eine äussere Einwirkung mich dazu permanent zu verleiten versucht. Geld ist kein Parameter für Wertschätzung !
Geradezu amüsant scheint mit der Hinweis, dass solche Kritik nur den Neidern zusteht. Ich kann solchen Menschen - die hauptsächlich Ihren Selbstwert über Materie oder optische Werte kompensieren - nur mein Mitleid zum Ausdruck bringen.

Mit freundlichen Grüssen

G. Fluri